Schwangerschaftsanzeichen

Das Ausbleiben der Regelblutung ist das erste sichere Zeichen dafür, dass du schwanger bist. Ab dem zu erwartenden Tag der Periode zeigen auch handelsübliche Schwangerschaftstests mit Urin eine Schwangerschaft sicher an. Viele Frauen wollen aber nicht so lange warten, wenngleich es nach dem Eisprung nur rund zwei Wochen dauert, bis man Gewissheit hat.

Wenn du bereits seit einiger Zeit nicht mehr verhütest bzw. aktiv „am Baby basteln“ bist, ertappst du dich vielleicht schon in den ersten Tagen nach dem Eisprung dabei, intensiver als sonst in deinen Körper hineinzuhorchen. Sind die Brüste nicht etwas größer als sonst? Lag die Übelkeit heute Morgen an der Milch im Kaffee, oder könnten Schwangerschaftshormone dafür verantwortlich sein?

Zu den allerersten Schwangerschaftsanzeichen, die bereits in den ersten Tagen nach Befruchtung der Eizelle auftreten können, zählen:

Ziehende Schmerzen im Unterbauch

Ziehende Schmerzen sind ein sehr häufiges Anzeichen für eine Schwangerschaft. Verursacht wird das Ziehen im Unterbauch, das bis in die Leisten, die Oberschenkelinnenseite und in das Nierenbecken ausstrahlen kann, vom Eileiter, der die befruchtete Eizelle Richtung Gebärmutter transportiert, sowie später auch von der stark durchbluteten, wachsenden Gebärmutter.

Eisprung, Befruchtung und Einnistung der Eizelle

Abb.: 1 – Eisprung  2 – Befruchtung  3 – Zygote  4 – Zweizeller  5 – Achtzeller  6 – Morula  7 – Blastozyste  8 – Einnistung

Aufgrund der generellen Aufweichung von Gewebe und Knorpeln im ganzen Körper – bedingt durch das Östrogen, das Wasser ansammelt –  kann es auch zu Rückenschmerzen kommen. Diese sind auch in der fortgeschrittenen Schwangerschaft keine Seltenheit.

Auch die Einnistung des Embryos in die Gebärmutter, die etwa eine Woche nach der Befruchtung stattfindet,  kann stechende Schmerzen verursachen – man spricht vom sogenannten Einnistungsschmerz.

Bei manchen Frauen sind die Schmerzen in den ersten zehn Tagen nach der Befruchtung im Unterbauch so stark, dass sie den Arzt aufsuchen, der im Falle einer Schwangerschaft zu diesem Zeitpunkt aber noch keine solche diagnostizieren kann. Das Schwangerschaftshormon ist im Urin nämlich noch nicht nachweisbar, und es wird auch noch ein paar Wochen dauern, bis der Embryo im Ultraschall sichtbar ist.

Häufiger Harndrang

Obwohl es noch lange dauern wird, bis das Gewicht des Babys auf die Harnblase drückt, macht sich häufiger Harndrang bei manchen Frauen bereits wenige Tage nach der Befruchtung der Eizelle bemerkbar. Er wird durch das erhöhte Blutvolumen, den generell erhöhten Metabolismus und die wachsende Gebärmutter hervorgerufen.

Blähungen

Vermehrte Blähungen können bereits zwei bis drei Tage nach der Befruchtung auftreten. Manche Frauen haben in den ersten Schwangerschaftswochen derartig starke Blähungen, dass sich der Unterbauch merklich vorwölbt und man bereits schwanger aussieht, obwohl der Embryo erst die Größe eines Mohnsamens hat. Diese starken Blähungen gehen dann zumeist im Verlauf des zweiten bis dritten Schwangerschaftsmonats zurück, wenngleich Blähungen viele Frauen bis ans Ende der Schwangerschaft begleiten.

Die westliche Medizin erklärt die Blähungen anhand des erhöhten Progesterons (Einnistungshormon) und der damit verbundenen Darmträgheit; die östliche Medizin sieht Blähungen vor allem als Kühlfunktion des Körpers auf die kleinen Entzündungsprozesse, die nach der Befruchtung und insbesondere unmittelbar nach der Einnistung des Embryos in der Gebärmutter stattfinden.

Spannende Brüste

Das Schwangerschaftshormon kann schon sehr bald nach der Befruchtung der Eizelle bewirken, dass sich die Brüste verändern und auf die Stillzeit vorbereiten. Das Spannen der Brüste als Reaktion auf eine frühe Schwangerschaft ist oft stärker ausgeprägt als Sie es sonst vielleicht von kurz vor der Regelblutung kennen. Bereits ganz leichte Berührungen können wehtun, evtl. schmerzen die Brüste sogar beim Gehen. Manche Frau bemerken eine offensichtliche Vergrößerung der Brüste bereits vor dem Tag der zu erwarteten Regelblutung.

Vermehrter Ausfluss

Durch den Anstieg des Hormons Östrogen kann es zu starkem Ausfluss kommen. Der Ausfluss ist klar bis leicht milchig und riecht eher neutral.

Müdigkeit

Sowohl aus entwicklungsbiologischer als auch energetischer Sicht sind die ersten drei bis vier Schwangerschaftswochen die anstrengendsten. Zum einen wird binnen weniger Wochen ein kleiner Mensch mit allen wichtigen Organen geschaffen. Herz, Gehirn, Nieren und das Nervensystem werden bereits in den ersten vier Schwangerschaftswochen angelegt. So schlägt etwa das Herz bereits in der 5. Schwangerschaftswoche (der dritten Woche nach dem Eisprung bzw. der Befruchtung der Eizelle), obwohl das Baby erst 3 mm groß ist. Im Ultraschall ist der Herzschlag erst ab der 7. SSW zu sehen.

Aus energetischer Sicht bedeutet die Schwangerschaft für den Körper ein ziemliches Chaos, da plötzlich nicht mehr nur ein Körper versorgt werden muss, sondern auch die Entwicklung eines zweiten. Die Energieversorgung muss sich erst langsam anpassen, sodass Frauen in den ersten Schwangerschaftswochen oft unter extremer Müdigkeit leiden und entweder ein Nachmittagsschläfchen einlegen müssen oder sehr früh zu Bett gehen. Dass der Körper jetzt zehn oder mehr Stunden Schlaf benötigt, ist keine Seltenheit.

Auch in der fortgeschrittenen Schwangerschaft ist Müdigkeit nicht selten, wird dann aber zumeist durch eine Eisenmangel-Anämie mitverursacht.

Kurzatmigkeit

Kurzatmigkeit ist nicht nur ein typisches Anzeichen der späten Schwangerschaft, wenn das wachsende Baby auf die Lungen drückt und das Stufensteigen zur Qual macht. Auch in der Frühschwangerschaft kann es durch die Veränderung der Blutgase zu Kurzatmigkeit kommen. Bei einigen Frauen ist diese so stark ausgeprägt, dass sie nur noch langsam gehen können. Jedoch verschwindet dieses Symptom meist binnen weniger Wochen, wenn sich die Blutgase an die neue Situation angepasst haben.

Dünklere Brustwarzen, Gesichtspigmentierung

Das Schwangerschaftshormon Beta-hCG und die vermehrte Durchblutung sorgen dafür, dass sich manche Körperstellen dunkler färben. Dazu zählen vor allem die Brustwarzen, die schon kurz nach der Befruchtung einen dunkleren Braunton annehmen können. Manche Frauen beobachten oberhalb der Lippe einen Pigmentstreifen, der sich manchmal erst nach der Schwangerschaft wieder zurückbildet. Auch die inneren Schamlippen werden dunkler und durch die starke Durchblutung auch bei vielen Frauen größer und sensibler.

Die sogenannte Linea negra – eine braune Linie zwischen Nabel und Schambereich – macht einen Meridian sichtbar und entwickelt sich bei manchen Frauen im 3.-4. Schwangerschaftsmonat.

Heißhunger & Übelkeit

Die klassische Schwangerschaftsübelkeit, die vor allem morgens bemerkbar ist, stellt sich meist erst in der 5. bis 7. Schwangerschaftswoche ein, muss aber auch gar nicht auftreten. Manche Frauen haben zwar keine Übelkeit, aber einen ausgeprägten Würgereiz, der etwa durch das Zähneputzen hervorgerufen wird. Ist die Übelkeit stark ausgeprägt, solltest du deine Schilddrüsenwerte  überprüfen lassen.

Heißhunger bzw. Gusto auf bestimmte Nahrungsmittel können schon in den ersten zwei Wochen nach der Befruchtung auftreten. Sie werden hervorgerufen durch den größeren Energiebedarf, einen höheren Bedarf bestimmter Nährstoffe sowie eine nicht optimal funktionierende Schilddrüse.

Höhere Basaltemperatur

Wenn du einen Temperaturkalender führst, kannst du kurz nach dem Eisprung eine Erhöhung der Basaltemperatur (gemessene Körpertemperatur unmittelbar nach dem Aufwachen) feststellen. Ursache ist das Progesteron. Fällt die Basaltemperatur am Ende des Monatszyklus nicht ab, sondern bleibt sie hoch, ist das ein Anzeichen dafür, dass du schwanger bist. Zu diesem Zeitpunkt liefern Schwangerschaftsfrühtests aber auch bereits relativ sichere Ergebnisse.


Symptome wie Harndrang, Müdigkeit, Bauchschmerzen und Blähungen können natürlich auch durch die Ernährung, die herannahende Monatsblutung oder eine Erkrankung ausgelöst werden. Sie sind daher keine sicheren, sondern nur häufige Anzeichen für eine Schwangerschaft. Das sicherste Anzeichen dafür, dass du schwanger bist, ist das Ausbleiben der Periode.

Bereits am Tag der zu erwarteten Monatsblutung gibt dir einen Schwangerschaftstest mit Urin, den du in der Drogerie oder Apotheke kaufen kannst, ein zu über 99 Prozent sicheres Ergebnis. Schwangerschaftsfrühtests können bereits zwei Tage früher angewendet werden, sind aber nicht ganz so sicher. Sollte dein Schwangerschaftsfrühtest leicht positiv ausfallen, indem sich der Teststreifen nur ganz blass/kaum sichtbar verfärbt, ist es ratsam, den Test in zwei Tagen zu wiederholen.

Schwangerschaftstest

Abb.: Positiver Schwangerschaftstest 14 Tage nach Eisprung